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Weiße Flöckchen, Flusen, Schnee am Buchsbaum, Buxus

Mal keine bösartigen Symptome am Buchsbaum – Wer im Mai bei trockenem Wetter mit der Hand durch seine frisch ausgetriebenen Buchsbaumpflanzen streift, wirbelt ganz viele, weißliche Flocken auf und die etwas fester sitzenden Flocken oder Flusen sehen wie Schnee aus.

Der erste flüchtige Eindruck mag wie Blattläuse erscheinen, die bei Störung auffliegen oder die festsitzenden Flocken können eine Wolllaus oder Schildlaus vortäuschen.

Die Pflanzen sehen in diesem Stadium völlig frischgrün und gesund aus, die frischen Blättchen sind allerdings noch weich und etwas schlapp und diese Flöckchen finden sich nur an den Triebspitzen.

Und diese Erscheinung tritt mit schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr nach dem Blattaustrieb auf, unabhängig vom Wetter. Bei starken Regenfällen können diese Flöckchen allerdings auch abgespült werden, bevor sie dem Beobachter auffallen.

Erstaunlich ist, daß man zu diesen geschilderten Symptomen in vielen Foren nur von Buchsbaumpilz, Viren, Blattflöhen und mehr lesen kann.  Die schnell erteilten Ratschläge reichen vom Auspacken der Chemiekeule, wobei völlig sinnfrei mit Insektiziden und Fungiziden gegen alles Mögliche gespritzt werden soll, über sofortigen, starken Rückschnitt bis hin zum Roden und Wegschmeißen der Pflanzen.

In Wirklichkeit handelt es sich um einen Schutzmechanismus des Buchsbaumes, der jedes Jahr im Frühjahr seine, wie oben schon beschrieben, zarten, weichen, frischen Triebspitzen und Blättchen mit einer fast transparenten, weißlichen Wachshülle schützt. Diese platzt beim Zuwachs der Blätter auf und die Schüppchen rieseln dann in der direkten Umgebung der Triebspitze auf darunterliegende Blätter oder bleiben noch kurzfristig am geschützten Blatt haften.

Spätestens beim nächsten Regen hat sich dieses Phänomen aufgelöst. Die Blättchen haben sich bis dahin auch etwas gefestigt und der Schutz hat seine Funktion erfüllt.