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Wildkrautbekämpfung durch Mulchen

Aktualisiert am

Im letzten Jahr wollten wir eine sehr stark verkrautete Fläche für den Anbau von Salat und Kräutern nutzen. Die Dichte des Bestandes an Gräsern, Brennesseln und Giersch und den anderen Wildkräutern war aber so erdrückend, daß eine sofortige Bestellung völlig unsinnig war und ich beschränkte mich daher auf mehrfaches Mähen, sodaß definitiv keine Samenbildung erfolgte und die Pflanzen relativ flach blieben. Die Bestellung wurde aufs nächste Jahr verschoben.

Als das Laub begann, von den Bäumen zu fallen, mähte ich das letzte Mal die Fläche von etwa 20 m² tief ab und deckte sofort anschließend mit den gesammelten Pappkartons ab. Auch dies Abdecken des Bodens mit Karton wird als Mulchen bezeichnet, nicht nur das Aufbringen von Rindenmulch.

Wir hatten Verpackungen der großen Pflanzgefäße von Lechuza aus der letzten Lieferung für eine Bürobegrünung mit Hydrokulturen. Auseinandergerissen und ausgebreitet bedecken diese schon eine ordentliche Fläche. Noch effektiver wären Verpackungskartons vom Fahrradhändler, also mal schauen, wo man sowas herbekommt.

Wir haben die Fläche großzügig abgedeckt, also deutlich über die später zu nutzende Fläche hinaus, um Giersch und anderen Wurzelkräutern die Photosynthesemöglichkeit einzuschränken. Aufgrund der weiten Verzweigung und des tiefgehenden, weitreichenden Wurzelsystems ist er nämlich in der Lage, auch die Spießgesellen unter der Mulchabdeckung weiterhin mit Nährstoffen zu versorgen. Sobald im Frühjahr alles aufgedeckt wird und die Wildkräuter sehen Sonnenlicht, geht das Wachstum sofort wieder los und nach 14 Tagen sieht es aus wie zuvor.
Hat man aber die Fläche breiter abgedeckt und auch das Umfeld mit der Motorsense oder sonstigem Gerät fast blattfrei gehalten, ist die Bereinigung erfolgreicher. Manch einer hat den Kampf gegen Giersch schon aufgegeben und da ist es dann vielleicht eine sehr schöne Möglichkeit, einfach zu versuchen, das Zeug wegzuessen. Es gibt gute Rezepte für Salate und sonstige Verwendungen des Giersch in der Küche.

Damit die Pappe nicht wegweht oder sich verschiebt und weils auch besser aussieht, einen laubbedeckten Gartenbereich zu besitzen als auf dem Boden herumliegende Pappkartons herzuzeigen, haben wir die Fläche anschließend mit 20-40 cm Laub bedeckt.
Über diese Schicht kann man dann auch mal hinüberlaufen – direkt auf feuchter Pappe gibt es Beschädigungen und unbedeckter Boden schaut heraus.

Weicht die Pappe leicht an, liegt sie absolut schmatzend auf der Bodenoberfläche an und bietet einen Super-Bodenschluß. Zu überlegen wäre noch, die frisch ausgelegten Pappen mit Folie, nicht Vlies abzudecken, um den Bereich auszutrocknen. Unter kleineren Folienflächen hatte ich aber darunter dann jede Menge Wühlmäuse gehabt, die sich über eine trockene Behausung freuten. Die nicht gewünschten Wildkräuter sind dann aber auch regelrecht weggetrocknet.
Andererseits kommt ohne Wasser das gesamte Bodenleben ins Stocken und vielleicht berichtet mal jemand, wie er es mit dieser Form des Mulchens hält; wasserdicht und trocken oder offen und feucht.

Neudeutsch heißt das Ganze auch Sheet Mulch (Sheet = Tuch, Laken, Platte, Blatt), also Mulchen mit was Rechteckigem und ist damit Bestandteil des „Easy gardening“.

Abgelegt unter → Gartentipps für den Herbst