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Der Buchsbaumpilz: Vorbeugung und natürliche Bekämpfung

Seit einigen Jahren setzen dem geliebten Buchsbaum besonders der Buchsbaumpilz, der das Buchsbaumtriebsterben verursacht und seit 2006 der Buchsbaumzünsler, ein Schmetterling zu. Beide können zu einem Totalverlust der Pflanzen führen.

Beide Schädlinge können jedoch mittlerweile durch Vorsorge und natürliche Mittel bekämpft werden. Ob dieser Kampf erfolgreich sein wird, ist noch nicht abzusehen. Einige Buchsbaum-Freunde haben schon  aufgegeben, aber wenn Sie Ihre Buchsbaumpflanzen retten wollen, sollten wir sofort daran gehen, denn auch für dieses Jahr ist es noch nicht zu spät.

Buchsbaumpilz, Buchsbaumtriebsterben (Cylindrocladium buxicola)

Symptome

Den Beginn des Befalls erkennen Sie an hell- bis dunkelbraunen Flecken an den Rändern älterer Blätter und orange-braunen Flecken an jüngeren, diesjährigen Blättern und am weißen Sporenbelag auf der Unterseite der infizierten Blätter. Die Flecken dehnen sich rasch aus, die Blätter werden graubraun, vertrocknen und fallen ab. Es sind anfangs nur kleine Bereiche betroffen. Durch Wind, Berührung und besonders durch Gießen über die Blätter breitet sich der Pilz besonders bei feuchtwarmem Wetter aber ziemlich rasch aus.

braune Blattverfärbung am Buchsbaum
Buchsbaumpilz im 1. Stadium            Bildquelle: Pflanzenschutzamt Berlin

Im zweiten Stadium nach dem ersten Blattfall erkennt man an den Zweigen dunkle bis schwarze, ein bis zwei Zentimeter lange Längsstreifen.

Vorbeugung

Standort

Schon bei der Neupflanzung von Buchsbaumpflanzen können Sie vorbeugen. Auch bei der Verwendung als Kübelpflanze gelten diese Regeln:

  • Ein heller Standort mit ausreichend Licht von oben auf humusreichen Lehm- und Sandböden mit einem pH-Wert zwischen 7 und 9 ist optimal
  • Zu heiße Plätze in vollem Sonnenlicht ohne jeden Schatten und in der Nähe von Mauern oder Pflasterbereichen sind aber auch nichts für den Buxus
  • Zu dicht an Bäumen sollte er nicht stehen, obwohl er als Herzwurzler seine Wurzeln etwas tiefer sendet
  • Sandboden ist etwas zu gut drainiert, hier hilft eine Aufwertung mit Blumenerde oder Humus
  • In Lehmböden müssen Sie eine tiefe Lockerung mit der Einstreu von Sand, um ein erneutes Verbacken der Tonminerale zu verhindern, durchführen
  • Vermeiden Sie Staunässe, sehr schattige und feuchte Standorte. Sie vergrößern das Risiko einer Pilzinfektion 

Steht er bereits am schlechten Standort, können Sie jeden Buchsbaum einfach ausgraben und umpflanzen. Die Wurzeln bilden einen guten Wurzelballen, so dass eine Umpflanzung im Spätherbst zur normalen Pflanzeit ohne Schwierigkeiten gelingt, wenn die Pflanze nicht zu groß ist.

Sortenwahl

Besonders empfindlich für Pilzinfektionen sind leider die Sorten „Suffruticosa“ und „Blauer Heinz“. Weniger empfindlich sind (noch) „Arborescens“, „Elegantissima“, „Faulkner“ und „Herrenhausen“.  Beim Kauf achten Sie auch auf Anzeichen eines Befalls oder einer Mangelsituation (Blattverfärbungen oder trockene Zweige, hängende Blätter).

Pflege

  • Stress durch Trockenheit und Staunässe vermeiden
  • Nicht über die Blätter gießen, nur den Pflanzenfuß wässern oder bei Kübelpflanzen auch über den Untersetzer
  • Düngen Sie mit Depotdüngern oder organischen Düngern. Starke Stickstoffgaben schwächen die Pflanze
  • pH-Wert in Richtung alkalisch (7-9) verändern
  • Eine gute Kali- und Magnesiumversorgung stärkt die Pflanzen, besonders zum Herbst keinen Stickstoff (N)-Dünger mehr, sondern etwas Kali geben

Schnitt

Der Schnitt stellt eine große Infektionsgefahr dar, wenn optimale Bedingungen für den Pilz herrschen. Wir haben auch jahrelang nach der Johanni-Regel geschnitten. Das war in der Vor-Buchsbaumpilz-Zeit auch sehr praktisch, es war nur ein Schnitt im Jahr nötig, der in den zwei letzten Juni-Wochen durchgeführt wurde. Die Pflanzen treiben danach noch einmal etwas aus und überwachsen nur ganz zart die harten Schnitte – sie bleiben also in Form und sehen doch nicht so abgehackt aus, wie nach einem späteren Schnitt. Leider liegt dieser Termin mitten im optimalen Pilzbereich zwischen 20 und 25 °C und sollte daher vermieden werden.

Bekämpfung

Schnitt

Besser ist es, den ersten Buchsbaumschnitt im März durchzuführen. Zu dieser Zeit treiben die Pflanzen noch nicht aus und man kann bis ins alte Holz zurückschneiden und erledigt dabei zwei weitere wichtige Maßnahmen, nämlich die Kontrollen auf Buchsbaumpilz und Buchsbaumzünsler. Nutzen Sie beim Auseinanderbiegen der Äste die Gelegenheit, auch nach Gespinsten des Zünslers mit zusammengesponnenen Blättern im unteren, inneren Bereich zu schauen. Die wichtigen Maßnahmen in Hinsicht auf diese Kameraden fasse ich im Beitrag: Der Buchsbaumzünsler… zusammen.

Sowohl diese Gespinste als auch abgestorbene Zweige mit den Pilzsymptomen werden nun herausgeschnitten, nachdem wir bei Einzelpflanzen eine große Plane mit Ausschnitt für den Stamm untergelegt haben. Bei Hecken sind 2 Planenstreifen sinnvoll. Damit können wir die abgeschnittenen Zweigstücke und abfallende Blätter aufsammeln und in der Mülltonne entsorgen, nicht auf dem Kompost! Auch im Boden und auf alten, abgefallenen Blättern sind die Sporen mehrere Jahre keimfähig und auch die Zünsler entwickeln sich weiter.

Der Schnitt zum richtigen Zeitpunkt ist zu einer grundlegenden Bekämpfungsmethode gegen beide Schaderreger geworden. Wichtig ist auch, die benutzten Geräte, Schuhe et c. nach getaner Arbeit zu desinfizieren. Im Beitrag „Der Buchsbaumzünsler…“ habe ich dann auch beschrieben, wie bei einem Befall mit dem Buchsbaumzünsler nach allen Schnittmaßnahmen mit einer Gartenschlauch- oder Hochdruckreiniger-Dusche mit untergelegter Plane Zünsler aller Entwicklungsstadien aus den Pflanzen herausgespritzt werden und so beseitigt werden können. Dabei werden natürlich auch etliche pilzinfizierte Blätter mit beseitigt.

 

Biologische Spritzmittel und Fungizide

Im Anschluss an diese Dusche können dann die Behandlungen mit den Fungiziden und die Bestäubungen mit Algenkalk und Basaltgesteinsmehl durchgeführt werden, die den Zünslern den Appetit verderben und gleichzeitig den pH-Wert des Bodens für den Buchsus optimieren. Die Wirkung auf die Pilze besteht in der Behinderung der Sporenkeimung durch den hohen pH-Wert, viele Gärtner berichten von Erfolgen durch Algenkalk und Gesteinsmehl bei der Buchsbaumpilz-Behandlung.

Die TASPO berichtet von Versuchen der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Bad Zwischenahn, dass an denjenigen Buchsbaumpflanzen, die in 2018 mit den Fungiziden Mirage 45 EC oder Kumulus WG behandelt worden waren, kaum Symptome des Buchsbaumpilzes zu finden waren. Beide Mittel werden jedoch nur an berufliche Anwender ausgegeben und das schwefelhaltige Kumulus WG ist für die Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich nicht zugelassen!

Einige Berichte zeigen wohl, dass vorbeugende Behandlung mit zugelassenen Fungiziden wie z.B. COMPO Duaxo Pilzfrei und COMPO Ortiva helfen kann, eine Infektion zu vermeiden. Es lohnt sich also in mehrfacher Hinsicht, seine Buchsbaumpflanzen sowohl vorbeugend als auch befallene Exemplare mit Algenkalk oder Basaltgesteinsmehl gleichmäßig einzustäuben. Bitte auch nicht zu stark stäuben, zumindest nicht auf den äußeren Blättern. Das behindert die Photosynthese und die Blattatmung über die Stomata. Wichtig sind die inneren Bereiche der Pflanze, besonders nach dem März-Schnitt und dem April / Mai – Schnitt.

Besonders zwischen Mai und September ist weiterhin Aufmerksamkeit geboten und besonders das Wässern muss sorgfältig erfolgen. Der Buchsbaumpilz liebt feuchtwarme Sommermonate mit Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Die Blattoberfläche muss über 5 bis 7 Stunden ununterbrochen feucht sein, damit der Erreger durch die Wachsschicht eindringen und die Buchsbaumpflanze infizieren kann. Im warmen und trockenen Sommer 2018 haben sich die beobachteten Buchsbaumpflanzungen sehr gut erholt, da diese Bedingungen nicht zutrafen, besonders wenn alle Regeln beachtet wurden.

 

Abgelegt unter → Weitere Gartentipps