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Unkraut-, (Wildkraut) – Bekämpfung mit Herbiziden – die gesetzliche Lage

Wildkraut oder Beikraut, umgangssprachlich Unkraut ist einfach die falsche, nicht gewünschte Pflanze im Beet, im Rasen, in Gartenanlagen und auch großtechnisch in pflanzlichen Kulturen im Gartenbau und der Landwirtschaft.
Sie ist nicht gepflanzt oder ausgesät worden und soll daher beseitigt werden.

Hier geht es um die gesetzliche Lage beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Unkräuter und Moos.
Im gärtnerisch genutzten Teil des Gartens ist ein zurückhaltender Umgang mit Herbiziden zulässig, wenn die Mittel auf der Packung mit der Angabe „Anwendung durch nicht berufliche Anwender zulässig“ oder (ältere Packungen) „Anwendung im Haus- und Kleingarten zulässig“ gekennzeichnet sind.

Dagegen darf auf allen anderen Flächen, die nicht gärtnerisch genutzt werden (Nichtkulturlandflächen), ob gepflastert, asphaltiert, betoniert oder wassergebunden, überhaupt kein Herbizid eingesetzt werden. Auch nicht die sogenannten „Hausmittel“ wie Essig, Salz, das Calciumchloridwasser aus dem hygroskopischen Calciumchloridgranulat (zur Luftentfeuchtung in Räumen) oder was sonst noch als Geheimmittel im Umlauf ist.
Dieses Anwendungsverbot gilt absolut und ist völlig unabhängig vom Wirkstoff und gilt selbstverständlich auch für alle Zubereitungen von Glyphosat, für Vorox, Finalsan et c.

Bitte auch nicht irre machen lassen, wenn selbst in Rechtsberatungsforen und in Gartenforen immer noch behauptet wird, daß Essig, Salze und andere Hausmittel nicht verboten seien und man so die pflanzenschutzrechtlichen Bestimmungen umgehen könne.

Das Pflanzenschutzgesetz, das diese Regelungen beinhaltet, gilt bereits seit dem 06.02.2012 und Verstöße gegen diese Regelung können mit bis zu 50.000 € !!! geahndet werden.

Der Hintergrund dieser Vorschriften ist vor allem der Trinkwasserschutz. Die Salze, Säuren und Inhaltsstoffe der Stoffe, die als Herbizid verwendet werden, können von den befestigten Flächen abgespült werden und versalzen oder vergiften teils die angrenzenden Beete und Pflanzflächen und nach dem Versickern das Trinkwasser.

Eine andere Fraktion gelangt über Gullies und Einläufe in Kanalisation und Kläranlagen und damit auch ins Trinkwasser.

Abgelegt unter → Weitere Gartentipps